Je nach Projekt, Erfordernis und Ziel werden Farben korrigiert, Hintergründe getauscht, Dekoration hinzugefügt, Kratzer oder Fingerabdrücke retuschiert.
Speziell bei Aufnahmen mit grossem Abbildungsmasstab ist die Nachbearbeiten der Aufnahme weit höher als man meist meint. Mit dem blossem Auge kaum wahrnehmbare Staubkörnchen werden störende fette weisse Flecken. Im gefaltenen Metall eines Bauteiles sind plötzlich feine Haarisse (was in der Stanzerei absolut nicht zu Verhindern ist) aber auf dem Produktphoto sollten weder diese noch z. B. Spritzgussunreinheiten zu sehen sein.
Erfahrungsgemäß gibt es auch Produkte mit geringem fotografischen Aufwand (Objekte ohne Transparenzen und reflektierenden Oberflächen). Diese sind in 10 min. pro Teil fotografiert. Wenn das Sujet kein Karton ist, sondern ein Bauteil mit Kanten, Vertiefungen und Reflexionen benötigen wir für ein gutes einzelnes Katalogfoto auch mal 30 min für sauberen Aufbau und saubere Ausleuchtung. Der Aufwand und erhöht sich bei Aufnahmen mit Hintergründen oder Deko und gerade bei sehr kleinen Objekten.
Erfolgreiche Werbung muss schnell sein. Oft werden Produkte gezeigt, bevor sie überhaupt produziert werden konnten. Deshalb tauchen Handmuster, Mock Up und Dummy im Studio auf und werden nicht nur fotografiert, sondern anschließend auch so retouchiert das alles aussieht wie "echt".
Voraussetzung für eine gezielte Farbabbildung ist ein kalibriertes System. Das beginnt bereits in der verwendeten Kamera und mit den verwendeten Beleuchtungssystem. Dann muss der Monitor als Schnittstelle zur Farbe des Bildes kalibriert sein um dem Bildbearbeitungsprogramm zu ermöglichen das Bild anhand der angewendeteten Profile "richtig" anzeigen zu können.
Man muss mit Begriffen wie Gradation, Tonwertumfang, RGB- und CMYK-Farbraum, Farbnebendichten, Masken, Histogramm usw. umgehen können um ein Bild gezielt beinflussen können.
Wir arbeiten heute mit Adobe Photoshop, aber im Grunde ist aber die elektronische Bildbearbeitung nichts anderes als das, was früher, wenn auch sehr beschwerlich, in der Dunkelkammer zu erledigen war.